Eva - Maria Schmeier

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Energieeffizienz

 


Drei Reihen Einkaufswagen, gleich hinter dem Eingang des Supermarktes standen dort, um von den Kunden ausgeparkt zu werden. Ich ergriff einen von ihnen und legte zeitgleich die Münze in die dafür vorgesehene Öffnung.

Die Sperre zum Verkaufsraum öffnete sich durch den Impuls der Lichtschranke und ich wurde von üppig  gefüllten Warenkörben und bunten Werbeplakaten flankiert, als ich den Wagen erst mal zur Gemüseabteilung lenkte.

Gekonnt führte ich anschließend  den Einkaufswagen zu den Back- und Teigwaren, legte Nudeln und Vollkornbrot hinein - blickte ab und zu auf den Einkaufszettel. Der Tortenboden in Folie verschweißt bekam meinen Daumendruck zu spüren, desgleichen auch der halbfette Kräuter-camenbert in der Milchwarenabteilung, wo ich mich nun länger als sonst aufhielt, ohne noch mehr mitzunehmen.
                                                

Ich glühte gerade und nahm erst mal meinen Schal ab um noch mehr Kühle zu spüren, die aus dem langen Kühlregal fiel. "Puh", seufzte ich und dachte: "hoffentlich gebe ich nicht so viel Hitze ab, dass das Kühlsystem irritiert wird." und mit einem Schmunzeln im Gesicht war ich auf dem Weg zur Kasse.
In deren Nahbereich waren Erfrischungsstäbchen einladend platziert, aber sie konnten mir in diesem Fall nicht helfen.

Einer, der nur ein Paket Waschpulver kaufen wollte, überholte mich.

Im Kassenbereich angekommen, legte ich eine Ware nach der anderen auf das  Transportband und die Kassiererin schob alles der Reihe nach durch den Scanner und der Computer ermittelte den Gesamtpreis.

Mir fiel eine ungeduldige Frau hinter mir auf, die gequält lächelte und wohl gerade von einer Hitzewelle überrollt wurde, denn auch sie lief puterrot an und der Schweiß bildete kleine Tröpfchen auf ihrer Stirn. Ich bot ihr ein Erfrischungstuch an, das sie dankend und erleichtert annahm.

Während ich das Wechselgeld annahm kam mir in den Sinn,  ob man diese Wärmeenergie  der weiblichen Art nicht beim alternativen Energiegewinnen einsetzen könnte?

Bottrop hat ja den Wettbewerb des Initiativkreises Ruhr gewonnen und trägt offiziell den Titel "Innovation City".

Im Zeithorizont von 10 Jahren soll ein Teil unseres Stadtgebietes mit ca. 70000 Einwohnern, das repräsentativ ist, durch den Einsatz neuer Techniken und Projekte zum Vorbild auch für andere Städte entwickelt werden, um so den Energiebedarf um die Hälfte zu reduzieren. Das ehrgeizige Projekt wird also das Gesicht der Stadt verändern. Neulich wurden unter anderem Delegationen aus den Vereinigten Staaten und Kanada im Projektgebiet begrüßt.

Auf dem Heimweg entdeckte ich schon etliche Häuser, deren Fassaden nun gedämmt wurden oder Solarzellen, die auf Hausdächern montiert wurden. Sogar im Internet können Immobilienbesitzer im Solarkataster der Stadt nachschauen, ob die Dächer für das Einfangen der Sonnenenergie geeignet und wie effizient sie sind.

In einer Informationsbroschüre einer Krankenkasse las ich, dass es zur Zeit mindestens 17000 Frauen im Alter zwischen 45 und 60 Jahren gibt, das sind schon mal ca. 14 Prozent der gesamten Einwohnerzahl Bottrops.

Ich sinnierte weiter: "Wenn man nun zusätzlich diese Hitzewellen anzapfen könnte - immerhin ist diese Energie vorhanden und verlässlich und versagt auch über Jahre nicht......."

 

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